Hintergrundinformationen


Vorwort von Wolfgang Ludwig
Nachdem unsere Radtour „pro Organspende“ im letzten Jahr ein voller Erfolg war, haben wir beschlossen dies zu wieder holen. Wir fahren nun von Berlin nach Hannover, aber nicht auf dem direkten Wege, sondern über Neuruppin, Klink, Rostock, Schwerin, Lübeck, Kiel, Hamburg und Fallingbostel. Statt 15 Tage sind wir dieses Jahr 9 Tage unterwegs, die Anzahl der Mitradler ist auf 38 gestiegen. Die Mission ist allerdings die Gleiche: Organspende und Transplantation mit positiven Eindrücken verbinden und das Thema aus der dunklen Ecke der Vorurteile herausholen. Wie im letzten Jahr sind unsere Stationen Transplantationszentren, Krankenhäuser, die sich hinsichtlich Organspende engagieren und andere Institutionen aus diesem Bereich.
Transplantierte aller Organe befinden sich unter unseren Teilnehmern - aber auch Dialysepatienten, die auf eine Transplantation warten und als Wartende natürlich ein besonders großes Interesse haben, sich für diese Thema einzusetzen.
Lotte, 18 Jahre, hat die allermeiste Zeit Ihres noch jungen Lebens mit Dialyse zugebracht und wartet nun wieder auf eine Transplantation. Sie steuert auf das Abitur zu, engagiert sich in der Kinder- und Jugendarbeit und hat auch noch Ihre Hobbys – neben der sehr zweitaufwendigen Dialysebehandlung. Da habe ich Hochachtung vor. Ich würde mich freuen, wenn Sie das nächste Mal als Transplantierte mit uns radelt . Aber wir haben auch Franz. Franz ist nun seit 27 Jahren transplantiert und ist der „Volkswagen“ der Transplantierten. Die Niere respektive er läuft und läuft und läuft... Das sind 27 Jahre Gewinn an Lebensqualität und Leistungsfähigkeit. So hat jeder Mitradler seine Geschichte. Alle zusammen wollen wir der Transplantationsmedizin ein Gesicht geben und zeigen, dass die Transplantationsmedizin eine Erfolgsgeschichte ist.
Mehr als 10 Jahre nach Inkrafttreten des Transplantationsgesetzes haben wir keinen signifikanten Anstieg der Organspenden in Deutschland; das ist für die Patienten auf der Warteliste eine todtraurige Tatsache. Allzu oft hört man unter den Betroffenen den Ruf nach Änderung des Transplantationsgesetzes in Richtung Widerspruchslösung. Aber ist das wirklich eine Lösung? Organspende ist ein komplexes Thema. Ein Gesetz, das die Organspende regelt, muss Vertrauen bei der Bevölkerung schaffen und von denen, die es befolgen sollen – und das sind die Krankenhäuser - mit Leben erfüllt werden. Wir wissen, dass knapp 60% der deutschen Krankenhäuser bei der Gemeinschaftsaufgabe Organspende nicht mitarbeiten. Wieso sollte sich das mit einem neuen Gesetz ändern? Innerhalb von Deutschland sind die Organspendezahlen sehr unterschiedlich, d.h. es ist auch in dem jetzigen Gesetz noch Potential und das sollten wir zuerst ausschöpfen; z.B. durch Transplantationsbeauftragte, die es in jedem Krankenhaus geben sollte. Dies könnte man z.B. durch Ausführungsbestimmungen zum Transplantationsgesetz verbindlich regeln. Parallel dazu sollte die Politik nach einer Lösung suchen, wie man die Menschen dazu bringt sich mit diesem Thema zu beschäftigen und eine Entscheidung zu treffen. Dies muss allerdings in einem für die Betroffenen überschaubaren Zeitrahmen geschehen. Den Blick auf ein neues Transplantationsgesetz sollte man aber nicht verlieren – wenn es keine signifikanten Änderungen, d.h. steigende Zahlen bei der Organspende gibt.

PS. Neben unserer Mission „pro Organspende“ werden wir auch unsere andere Mission fortführen: In welchen Regionen von Deutschland gibt es “Russ’n“. Peter wird sich dieser Aufgabe sicherlich wieder hingebungsvoll widmen.
Rückblick Radtour „Pro Organspende“ 2007 - TransDia e.V. mit dem Rad von Münster nach Würzburg
(PDF, 620 KB)

TransDia e.V
TransDia e.V. bzw. der Vorläuferverein DSVO ist im Jahre 1980 durch engagierte transplantierte Sportler gegründet worden. TransDia e.V. hat sich zwei Ziele gesetzt: Zum einen möchten der Verein Transplantierte wieder zu Bewegung und Sport bringen, zum anderen das Thema Organspende mit positiven Aspekten in die Öffentlichkeit tragen. Wer könnte den Erfolg und den Nutzen der Transplantationsmedizin besser demonstrieren als Betroffene, die von einer Organspende profitiert haben?
Als regelmäßige Veranstaltung organisiert TransDia e.V. seit fast dreißig Jahren jedes Jahr am Himmelfahrtswochenende die Deutschen Meisterschaften für Dialysepatienten und Transplantierte. Eine weitere Veranstaltung ist die „Radtour pro Organspende“ die sich im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit nach einem Jahr bereits etabliert hat. Ziel von TransDia ist es das Werben für Organspende immer mit körperlicher Aktivität zu verbinden. Alle zwei Jahre finden im Wechsel die europäischen und die Weltspiele statt. Für diese Wettkämpfe organisiert TransDia e.V. die Teilnahme. Die Teilnahme an den Weltspielen stellt regelmäßig einen Höhepunkt da. Mit diesen und weiteren Aktionen will der Verein insbesondere auf die positiven Effekte hinweisen, die durch körperliche Aktivität gerade für Transplantierte und Dialysepatienten zu erreichen sind. Vor diesem Hintergrund sollen auch die Akteure im Gesundheitswesen (v.a. Nephrologen, Transplantations-Experten, Dialyseärzte, Pflegepersonal, Reha-Einrichtungen, Krankenkassen) dazu bewegt werden, in größerem Umfang als bisher regelmäßige körperliche Aktivität für die beiden Zielgruppen in ihre jeweiligen Betreuungskonzepte zu integrieren.
Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit möchte TransDia e.V. alle Akteure des Gesundheitswesens für die Situation der Organspende sensibilisieren und so mit dazu beitragen, die Zahl der Transplantationen in Deutschland zu erhöhen. Der Vergleich mit anderen Ländern zeigt nur zu deutlich, dass hierzulande noch erheblicher Ver-besserungsbedarf besteht.
Kontakt:
Vorsitzender TransDia e.V.
Dipl.-Ing. Wolfgang Ludwig, Arnheimweg 28, 48161 Münster
0251.867.589
Mobil. 0171.432.5833
ludwig@transdia.de
www.transdia.de
www.radtour-pro-organspende.de
www.etdg2008.com
www.etdsf.org
www.wtgf.org

Transplantationsbegleitung e.V.
Die Transplantationsbegleitung e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen die vor einer Lungen- bzw. einer Herztransplantation stehen, zu helfen und zu unterstützen - immer von dem Motto "praktisch helfen und spürbar handeln" bestimmt. Es stehen umfassende Informationen aus eigener Erfahrung sowie aus Fachberichten zur Vefügung. Diese stehen einerseits kompakt auf unserer Internetseite - für jeden zugänglich - andererseits werden sehr persönliche Fragen von unserer Ansprechpartnern beantwortet, die bereits lungentransplantiert sind. Eine weitere Möglichkeit sich zu informieren und auszutauschen, bietet eine Mailingliste, sowie ein Mal pro Woche im Chat. Ebenso bemühen sich die Mitglieder um eine persönliche Betreuung vor Ort, soweit es möglich ist und der Patient das wünscht. Ein großes Projekt sind die „Apartments bei den sieben Zwergen“. An den großen Transplantationszentren Berlin, Hannover und Gießen stehen insgesamt 17 kostengünstige Wohnungen zur Verfügung. Sie ermöglichen , dass die Patienten von ihren Angehörigen vor allem seelische unterstüzt werden können. Mit dem Projekt „Hallo Papa“ ermöglicht der Verein Kindern kostenlos telefonisch Kontakt mit zu Hause und ihren Freunden zu halten. Ebenso stehen Fernseher, Laptops und Internetkarten zur Verfügung, um die oft langen Wartenzeiten zu erleichern. Weiterhin bildet der Verein in Zusammenarbeit mit der MHH Hannover und der ev. Und kath. Kirche ehrenamtliche, qualifizierte Transplantationsbegleiter aus, um die Patienten noch besser unterstützen zu können. Für die Transplantationsbegleitung ist eine enge Zusammenarbeit mit den TX_Zentren und Reha-Kliniken sehr wichtig.
Ein mal im Jahr wird ein Treffen an einem besondern Ort angeboten: in der Abtei Münster-Schwarzach. Für eine Woche treffen sich Transplantierte, Wartepatienten und Angehörige in einer tollen Atmosphäre - nicht nur um sich kennen zu lernen, sondern auch um von einander zu lernen, dem Alltag zu entfliehen und viel Spaß zu haben. Zusätzlich sind Gespräche mit den Brüdern des Klosters möglich.
www.transplantationsbegleitung.de