Leben nach Transplantation
Entscheidend für den Erfolg einer Organtransplantation ist, dass die natürliche Abwehrreaktion des Körpers gegen das fremde Organ unterdrückt wird. Dazu müssen Sie vorbeugend Medikamente einnehmen.
Aufgrund der immunsuppressiven Wirkung der Medikamente ist der Widerstand gegen Infektionen abgeschwächt, sodass Infektionen die häufigste Komplikation nach Organtransplantationen darstellen. Wegen der Infektionsgefährdung werden Sie direkt nach der Transplantation weitgehend isoliert. Da die Medikamente lebenslang eingenommen werden, müssen Sie auch zukünftig Vorsichtsmaßnahmen treffen, um sich gegen Infektionen von außen zu schützen. Insbesondere im ersten Jahr nach der Verpflanzung ist es wichtig, potenzielle Infektionsquellen wie große Menschenansammlungen, kranke Familienangehörige, schmutzige Sanitäranlagen, Haustiere und ähnliches zu meiden.

Abstoßungsreaktionen
Die schwerwiegendste Komplikation nach einer Transplantation ist die so genannte Abstoßung des transplantierten Organs. Das Immunabwehrsystem des Körpers wacht üblicherweise darüber, dass keine fremden Organismen wie Viren oder Bakterien in den Körper kommen. Bei einer Abstoßung versucht das Immun-system, das fremde Organ durch eine Entzündung zu zerstören. Die Abstoßung kann bereits innerhalb weniger Minuten bis Stunden nach der Transplantation erfolgen (hyperakute Abstoßung), was allerdings durch Voruntersuchungen weitgehend ausgeschlossen werden kann. Häufig sind akute Abstoßungs-reaktionen, die innerhalb von Tagen bis Wochen nach der Transplantation auftreten (akute Abstoßung). Aber auch nach mehreren Jahren kann es ohne erkennbare äußere Einflüsse zu einer schleichenden Funktionsverschlechterung des transplan-tierten Organs kommen (chronische Abstoßungsreaktion).
Um Abstoßungen frühzeitig zu entdecken, sind die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen nötig. Wichtig ist außerdem Ihre Mitarbeit als Patient.
Erste Anzeichen können beispielsweise sein:
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Abgeschlagenheit, Gelenkschmerzen
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innere Unruhe, Atemnot, Kopfdruck, Spannungsgefühl im Bauch
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Fieber
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rückläufige Harnmenge, Wassereinlagerungen in den Beinen
Treten derartige Anzeichen auf, müssen Sie unbedingt sofort mit der Klinik Kontakt aufnehmen.

Besonderheiten nach Nierentransplantation
Erfahrungsgemäß funktionieren anfänglich nur 60 bis 70 Prozent der transplantierten Nieren. Dies rührt daher, dass während der Zeit ohne Blutversorgung bestimmte Zellen der Niere geschädigt werden. Diese regenerieren sich jedoch nach einigen Tagen bis Wochen. Aus diesem Grund können anfänglich noch einige Dialysen nötig sein. Routinemäßig wird Ihr Transplantat mittels Ultraschall untersucht. Gelegentlich kann eine Gewebsprobe (Biopsie) erforderlich sein.

Besonderheiten nach kombinierter Nieren- und Pankreastransplantation
Im Prinzip gilt dasselbe wie bei Nierentransplantationen. Dazu kommen engmaschige Blutzuckerkontrollen.

Besonderheiten nach Lebertransplantation
Anfangs werden täglich die Leberwerte im Blut kontrolliert. Ein Anstieg dieser Werte könnte auf eine Abstoßung hinweisen. Zur genauen Diagnose kann eine Biopsie erforderlich sein.

Besonderheiten nach Herztransplantation
Anfangs wird wöchentlich eine Biopsie durchgeführt, um eine eventuelle Abstoßung frühzeitig erkennen zu können. Außerdem werden Sie längere Zeit mittels Monitor überwacht. Pulsunregelmäßigkeit oder Atembeschwerden sollten Sie melden.

Besonderheiten nach Lungentransplantation
Anfangs wird ein- bis zweimal täglich eine Bronchoskopie - das ist eine Spiegelung der Luftröhre und ihrer Äste - durchgeführt und mehrmals die Blutgase bestimmt. Besonders während der ersten postoperativen Tage ist eine intensive Atemtherapie notwendig.

Lebensqualität
Nach der Transplantation verbessert sich Ihre Lebensqualität im Hinblick auf die körperliche und seelische Verfassung erheblich. Sie können nach wenigen Wochen bis Monaten nach der Transplantation wieder ein normales Leben führen und Ihre Berufstätigkeit meistens wieder aufnehmen. Sogar Sport ist möglich: Sportarten mit gleichmäßiger Belastung, wie Fahrradfahren, Schwimmen oder Wandern eignen sich dabei am besten.