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Immunsuppressive Therapie

Immunsuppressive Therapie

Calcineurininhibitoren

Die Calcineurininhibitoren Ciclosporin und Tacrolimus sind hoch wirksame Basisimmunsuppressiva.  Die Calcineurininhibitoren hemmen die Produktion von Botenstoffen (Zytokine), die ruhende T-Zellen in aktive - das Transplantat angreifende - Killerzellen verwandeln. Die gegen Bakterien gerichteten Teile des Immunsystems bleiben weitgehend unbehelligt.

Seit der Einführung im Jahr 1983 ist Ciclosporin maßgeblich an den Erfolgen in der Transplantation beteiligt. Ebenso wie bei dem seit 1995 verfügbaren Tacrolimus können dosisabhängig schwere Nebenwirkungen - beispielsweise Nephrotoxizität - auftreten. Dosisabhängig bedeutet, dass die meisten Nebenwirkungen abnehmen, wenn die Dosis des Calcineurininhibitors verringert wird. Außerdem sind zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen Substanzen möglich, die den Blutspiegel verändern können. Eine regelmäßige Überwachung der Wirkstoffspiegel im Blut ist daher sowohl bei Ciclosporin als auch bei Tacrolimus unerlässlich.

 

Wirkmechanimus der Calcineurininhibitoren

Sowohl Ciclosporin als auch Tacrolimus hemmen die Aktivierung von T-Zellen über die Hemmung der IL-2-Synthese. Allerdings besitzt das Makrolid Tacrolimus eine völlig andere chemische Struktur als das zyklische Peptid Ciclosporin und bindet in den T-Zellen an ein unterschiedliches Protein:

  • Ciclosporin bindet an das Immunophilin Ciclophilin.
  • Tacrolimus bindet hingegen an das FK-bindende Protein, ebenfalls ein Immunophilin.

Die Wirkmechanismen von Ciclosporin und Tacrolimus sind jedoch ähnlich: Beide Substanzen unterdrücken durch Hemmung des Calcineurin-Calmodulin-Komplexes die Transkription von Interleukin-2. Bei fehlendem Interleukin-2 können die T-Zellen  - vorwiegend CD4-T-Zellen - nicht aktiviert werden und schon aktivierte T-Zellen nicht proliferieren - was zu einer reversiblen Hemmung des Immunsystems führt.

Wirkmechanismus der Calcineurininhibitoren
Wirkmechanismus der Calcineurininhibitoren

 

Die Geschichte von Ciclosporin

Die Geschichte von Ciclosporin

Die Geschichte von Ciclosporin beginnt 1970 mit dem Eintreffen von Bodenproben aus der norwegischen Hardanger-Region in den Forschungslaboratorien von Sandoz (jetzt Novartis). In diesen Bodenproben fanden die Wissenschaftler einen Pilz, der eine neue Ära in der Transplantation einläuten sollte: Tolypocladium inflatum.

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