FAQs zur Herztransplantation

Was sind die Bedingungen für eine Herzverpflanzung?
In den vergangenen Jahren hat sich die Herztransplantation zu einem Routineverfahren entwickelt. Für eine Herztransplantation kommen nur Patienten in Frage, bei denen jede medikamentöse oder chirurgische Behandlungsmöglichkeit abgeschlossen ist. Und es gibt immer noch Kontraindikationen, das heißt bestehende Krankheiten, die gegen eine Transplantation sprechen. Allgemein kann man sagen, dass alle Herzerkrankungen mit einer Lebenserwartung von maximal einem Jahr Grund zum Vorschlag einer Transplantation sind.

Welchen Patienten wird eine Herzverpflanzung vorgeschlagen?
Wenn die derzeitige Herzerkrankung bei einem Patienten zu einer Schwächung der Leistung des gesamten Herzmuskels geführt hat, wird eine Organtransplantation vorgeschlagen. Dabei kommen verschiedene Ursachen in Frage, von denen eine oder mehrere zutreffen können.
Eine der häufigsten Ursachen ist die koronare Herzerkrankung. Diese ist in vielen Fällen bereits mittels einer Bypassoperation behandelt worden. Oft hat die Erkrankung jedoch ein Endstadium erreicht, sodass ein solcher Eingriff nicht mehr möglich ist.
Die zweite, ebenso häufige Erkrankung ist die Kardiomyopathie. Das bedeutet, dass der Herzmuskel geschädigt ist und die Zellen des Herzmuskels aus den verschiedensten Ursachen nicht mehr in der Lage sind, die normale Kraft zu entwickeln. Ursachen gibt es verschiedene, zum Beispiel Virus- oder Stoffwechselerkrankungen. Häufig findet man aber keinen Grund für die Kardiomyopathie. Auch Erkrankungen der Herzklappen oder angeborene Herzfehler können der Grund für eine Herztransplantation sein. Alle oben genannten Erkrankungen können zu einer schweren Herzmuskelschwäche führen, die so genannte Herzinsuffizienz. Eine medikamentöse oder auch chirurgische Behandlung kann hier nicht mehr helfen.

Welche Voruntersuchungen sind notwendig?
Werden Sie in die Klinik entweder von Ihrem Hausarzt oder einem anderen Krankenhaus mit der Frage überwiesen, ob zur Behandlung Ihrer Herzerkrankung eventuell eine Herzverpflanzung notwendig ist, müssen zunächst unter anderem folgende Fragen geklärt werden: Welches ist die zugrunde liegende Herzerkrankung? Leidet der Patient an Herzmuskelmangeldurchblutung oder an Herzrhythmusstörungen? Gibt es Möglichkeiten, die Beschwerden durch Änderung des Lebensstils und/oder mit Medikamenten zu verbessern? Liegen weitere Erkrankungen vor, die vor einer eventuellen Herzverpflanzung behandelt werden müssen?

Welche Ausschlusskriterien gibt es für eine Herztransplantation?
Die früher sehr strengen Ausschlusskriterien sind deutlich gelockert worden. Früher war eine Zuckererkrankung ein Ausschlusskriterium - heute nicht mehr. Einige wenige Ausschlusskriterien bestehen immer noch, da sie den Operationsausgang entscheidend mitbestimmen. Hierzu gehören so genannte immunologische Gewebefaktoren, die während der Evaluation (Vorbereitungszeit) in der Klinik abgeklärt werden. Ein entscheidender Faktor ist zum Beispiel die Blutgruppe. Sie muss zwischen Empfänger und Spender eines Organs übereinstimmen oder zumindest verträglich sein. Zusätzlich kann der Patient Abwehrstoffe gegen körperfremde Substanzen gebildet haben, die zu einer heftigen Abstoßungsreaktion des verpflanzten Herzens führen würden und damit eine Herztransplantation ausschließen. Ebenfalls ist der Allgemeinzustand des Patienten von großer Bedeutung. Eine Herzverpflanzung ist eine große Operation und mit einem schlechten Allgemeinzustand nicht zu vereinbaren.

Welche Rolle spielt das Alter bei einer Herztransplantation?
In den vergangenen Jahren hat sich die Ansicht, dass eine Herztransplantation nur für junge Patienten in Frage kommt, deutlich geändert. Momentan wird ein Lebensalter von 70 Jahren als Obergrenze für eine Herzverpflanzung und von 55 Jahren für eine kombinierte Herz-Lungenverpflanzung angesehen. Allerdings werden bei der Beurteilung immer die Alterungssymptome einzelner oder mehrerer Organe bei der Beurteilung des Gesamtzustandes berücksichtigt. Andere überalterte Organe, beispielsweise Nieren, können daher ein Grund gegen eine Herzverpflanzung sein.