Ciclosporin wird eingesetzt bei Patientinnen und Patienten, denen Organe transplantiert (zum Beispiel Niere, Herz, Lunge) oder bei denen eine Knochenmarktransplantation vorgenommen wurde.
Auch Patientinnen und Patienten, die an bestimmten Autoimmunerkrankungen leiden - wie schwerer aktiver rheumatoider Arthritis oder an schwersten, therapieresistenten Formen der Psoriasis - erhalten Ciclosporin (siehe Gebrauchsinformationen).
Wenn ein Organ transplantiert wird, erkennt unser Immunsystem, dass es sich bei dem neuen Organ um etwas "fremdes" handelt. Die fremden Zellen werden erkannt, angegriffen und schließlich zerstört. Wenn das Immunsystem eines Patienten nicht beeinflusst wird, werden Transplantate abgestoßen und sind dann nicht mehr funktionsfähig.
Ciclosporin unterdrückt die Abwehrreaktion unseres Immunsystems gegen das als fremd erkannte transplantierte Organ und ermöglicht so dessen Überleben: Ciclosporin hemmt die Produktion von Botenstoffen (Zytokine), die ruhende T-Zellen in aktive - das Transplantat angreifende - Killerzellen verwandeln.
Mehr Informationen zum Wirkmechanismus von Ciclosporin:
Ciclosporin wird von einem filamentösen Mikropilz, Tolypocladium inflatum, gebildet. Diese Pilzart lässt sich recht häufig aus torfigen, alpinen Böden isolieren. Auch heute noch wird die Substanz durch Fermentation aus diesem Pilz gewonnen.
Die herkömmliche Ciclosporin-Formulierung wurde 1983 eingeführt. Die meisten Patienten erhalten mittlerweise eine Zubereitung von Ciclosporin mit besseren Hilfsstoffen, die für eine noch zuverlässigere Dosierung und damit für eine weitere Steigerung funktionstüchtiger Organe sorgen. Diese optimierte Formulierung gibt es seit 1994.
Die mehr als 25-jährige Erfahrung hat gezeigt, dass Ciclosporin erfolgreich die Abstoßung von Organen verhindert und Patienten somit für einen längeren Zeitraum mit einem funktionierenden Transplantat leben können. Die seit 1994 erhältliche optimierte Formulierung hat die Wirksamkeit verbessert, ohne die Nebenwirkungen zu verstärken und den Zeitraum zur Stabilisierung der Blutwerte im Anschluss an eine Transplantation verkürzt.
Beide Formulierungen enthalten Ciclosporin, unterscheiden sich jedoch in ihrer Zusammensetzung der Hilfsstoffe. Bei der optimierten Formulierung liegt der Wirkstoff sehr fein verteilt in einer homogenen Emulsion vor. Damit ist die Bioverfügbarkeit höher und gleichmäßiger und die Aufnahme von Ciclosporin im Körper weitestgehend unabhängig von der Nahrungsaufnahme. Außerdem unterliegt die Ciclosporin-Konzentration im Blut weniger Schwankungen.
Medikamente nach Transplantation
Wie funktioniert Immunsuppression?
Informationen - auch zu den Einsatzgebieten und zum Wirkmechanismus der Immunsuppressiva - finden Sie hier: